KI strategisch nutzen: Was Schulleitungen jetzt für die Schulentwicklung wissen müssen
Künstliche Intelligenz (KI) ist längst im Schulalltag angekommen – und stellt Schulleitungen vor neue strategische Aufgaben. Ein aktuelles Orientierungspapier des Forum Bildung Digitalisierung zeigt, wie KI-Fortbildungen heute aussehen und welche Maßnahmen Schulleitungen ergreifen sollten, um ihre Schulen zukunftsfähig zu gestalten.
Warum KI ein zentraler Faktor für moderne Schulentwicklung ist
Ob bei Recherche, Textproduktion oder digitalen Lernwegen – KI-Tools prägen bereits das Lernen vieler Schüler/-innen. Für Schulleitungen bedeutet das: KI ist nicht nur ein Technikthema, sondern eine langfristige Schulentwicklungsaufgabe. Sie verantworten Strategie, Qualitätsentwicklung, rechtssichere Nutzung und die pädagogische Leitlinie.
Damit Schulen Schülerinnen und Schüler auf eine KI geprägte Arbeitswelt vorbereiten können, braucht es digital souveräne Lehrkräfte.
Ein Blick in die KI Fortbildungslandschaft: Wo stehen wir eigentlich?
Das Orientierungspapier hat 41 KI-Fortbildungsangebote für Schulleitungen untersucht – mit einem deutlichen Ergebnis:
Der Fokus liegt stark auf Verstehen (32 Angebote) und Anwenden (26 Angebote) von KI Tools. Bereiche wie Reflektieren (18) und vor allem Mitgestalten (5) kommen kaum vor.
Zudem zeigt die Analyse, dass viele Angebote:
kurz, online, nicht nachhaltig angelegt sind und selten praxisnahe Transferphasen enthalten
Das führt dazu, dass Schulleitungen zwar technisches Wissen erlangen, aber wenig Unterstützung erhalten, um KI strategisch in die Schulentwicklung zu integrieren.
Ein weiteres Problem: Fortbildungen erreichen häufig nur bereits KI affine Schulleitungen. Zeitmangel und Unsicherheiten verhindern eine breite Teilnahme.
Herausforderungen für Schulleitungen bei KI Themen
Laut Orientierungspapier bremsen derzeit vor allem:
• Arbeitsüberlastung und fehlende Orientierung,
• Ressourcenmangel in Landesinstituten und Unterstützungssystemen,
• unklare rechtliche Rahmenbedingungen zum KI Einsatz in der Schule.
Diese Faktoren erschweren es, KI zu einem nachhaltigen Bestandteil der Schulentwicklung zu machen.
Was Schulleitungen brauchen: zentrale Empfehlungen aus dem Orientierungspapier
Das Orientierungspapier formuliert klare Entwicklungsbedarfe:
• eine kritisch konstruktive Haltung gegenüber KI,
• praxisnahe und langfristige Fortbildungsformate,
• zielgruppenorientierte Angebote, besonders für Leitungsteams,
• verlässliche rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen.
Besonders betont wird die Notwendigkeit von Transferphasen: Schulleitungen brauchen Zeit und Begleitung, um KI Impulse im eigenen Schulkontext umzusetzen.
Vier konkrete Impulse für die Praxis
1. KI als strategische Schulentwicklungsaufgabe verstehen
Nicht die Tools stehen im Mittelpunkt, sondern Fragen wie:
Wie verändert KI pädagogische Konzepte, Diagnostik und Organisation?
Schulleitungen sollten Fortbildungen wählen, die genau das adressieren.
2. Fortbildungen im Leitungsteam wahrnehmen
Gemeinsame Qualifizierung stärkt gemeinsame Verantwortung –
und wirkt nachhaltiger als Einzelmaßnahmen.
3. Praxisphasen verpflichtend integrieren
Ob Pilotprojekte, Reflexionsschleifen oder kollegiale
Beratung: Transfer sichert nachhaltigen Kompetenzaufbau.
4. Rechtliche Klarheit herstellen
Schulleitungen sollten aktiv Orientierung zu
Datenschutz, Urheberrecht und Leistungsbewertung einholen – und diese
institutionalisiert im Kollegium verankern.
Fazit: KI Kompetenz beginnt in der Führung
Das Orientierungspapier macht deutlich: Damit KI Schulen
wirklich voranbringt, brauchen wir strategisch handlungsfähige und kompetente
Schulleitungen.
Fortbildungen müssen daher nicht nur Wissen vermitteln, sondern
Schulentwicklung ermöglichen.
Wenn dies gelingt, kann KI Schulen dabei unterstützen, Lernprozesse individueller zu gestalten, Chancenungleichheit zu reduzieren und Innovation nachhaltig zu verankern.
